Zweierlei Feiertage

Feiertage sind – mit Ausnahme des Bundesfeiertages – kantonal geregelt. Mitarbeitende im Stundenlohn haben keinen Lohnanspruch, wenn ein Arbeitstag auf einen solchen Feiertag fällt. Anders der 1. August: Der ist gemäss Art. 110 Abs. 3 BV bezahlt. Fällt ein Arbeitstag auf den 1. August ist er zu bezahlen.

Ein Arbeitgeber muss deshalb den 1. August anders behandeln und abrechnen als die anderen Feiertage, d.h. sein Lohnsystem muss entsprechend ausgestaltet sein.

Dass ein Feiertag anders behandelt wird als andere Feiertage, ist wirtschaftlich nicht relevant. Wirtschaftlich relevanter ist der damit verbundene Aufwand. Rechtliche Anfragen zu diesem Thema habe ich jährlich mehrmals (vgl. Beispiel). Und es ist unpassend, weil niemand den 1. August als „höher“, „wichtiger“, „heiliger“ einstuft, als z.B. Weihnachten.

Beispiel einer typischen Fragestellung: Eine Mitarbeiterin im Stundenlohn arbeitet meist nur Montags. Der 1. August fällt im betreffenden Jahr auf einen Montag. Die Mitarbeiterin arbeitet deshalb am Dienstag 2. August. Bekommt Sie nun – weil Art. 110 Abs. 3 BV vorsieht, dass der 1. August bezahlt ist – Lohn für den 1. und 2. August?

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